Die Aufsicht über die Banken ist risikoorientiert und proportional ausgerichtet. Der Aufsichtsfokus der FINMA richtete sich 2025 auf die Integration der Credit Suisse in die UBS und bei anderen Banken auf die Effektivität der Corporate Governance, die Risikokultur, die Einhaltung von Verhaltenspflichten wie insbesondere die Geldwäschereibekämpfung und den Umgang der Banken mit Sanktionen, das Hypothekarkreditgeschäft sowie Cyberrisiken.
Um die Aufsicht zu intensivieren, führte die FINMA vermehrte Deep Dives mit direkten Kontakten zum Verwaltungsrat, zur Geschäftsleitung, zur Compliance- und Risikoorganisation und zur internen Revision durch. Fokusthemen dabei waren Corporate Governance, Risikomanagement, Risikokultur und ein vertieftes Verständnis der Geschäftsmodelle.
Ergriffene Massnahmen bei Feststellung von Mängeln
Im Rahmen der laufenden Aufsicht stellte die FINMA teilweise schwerwiegende Mängel fest. Sie forderte die betroffenen Banken auf, die Mängel unverzüglich zu beheben. Als direkte Folge der laufenden Aufsicht sprach die FINMA unter anderem in 14 Fällen einen institutsspezifischen Eigenmittelzuschlag aus, in 7 Fällen sprach sie eine Einschränkung der Geschäftstätigkeit und ein Verbot, Übernahmen zu tätigen, aus. 16 Fälle mündeten in Vorabklärungen. In 15 Fällen wurde ein Enforcementverfahren eröffnet. Die FINMA setzte in 18 Fällen einen Prüfbeauftragten ein.
Um die Aufsicht noch effektiver zu gestalten, griff die FINMA bei aufgedeckten Mängeln zusätzlich frühzeitiger ein, ordnete bei der Feststellung von Mängeln noch konsequenter, systematischer und frühzeitiger Aufsichtsmassnahmen an und setzte diese durch. Bei Enforcementverfahren setze sie zum Beispiel vermehrt auf Sofortmassnahmen und Verschärfungen bei Verfahrenseröffnung, entgegen der ausschliesslichen Anordnung von Massnahmen bei Verfahrensabschluss.
Aufsicht über die UBS weiterhin im Zeichen der Integration der CS
Die laufende Aufsicht über die UBS stand 2025 erneut im Zeichen der Integration der ehemaligen Credit Suisse (CS). Nachdem die Integrationsarbeiten 2024 durch die Zusammenführung der wichtigsten Rechtseinheiten im In- und Ausland bestimmt waren, lag der Schwerpunkt 2025 auf der technischen und operativen Zusammenlegung der Geschäftsaktivitäten und -prozesse.
Die FINMA überwachte die Migration von Kundinnen und Kunden der ehemaligen CS auf die Systeme der UBS eng und prüfte die technische Umsetzung mithilfe einer externen Drittpartei. Die Migration der nicht in der Schweiz gebuchten Kundinnen und Kunden wurde 2025 abgeschlossen. Aufgrund der hohen Anzahl der in der Schweiz gebuchten Kundinnen und Kunden dauert deren Migration planmässig bis 2026 an.
Weitere Aufsichtsschwerpunkte lagen auf risikobezogenen Aspekten. Dazu zählen die angemessene Überprüfung der nicht finanziellen Risiken der von der UBS übernommenen CS-Kundinnen und -Kunden, die kontinuierliche Reduktion der Risiken von CS-Geschäften, aus denen die UBS aussteigen möchte, sowie die vollständige Integration des Risikomanagements und -reportings. Über die Themen der Integration hinausgehend wurde insbesondere die Aufsicht über das Suitability-Framework der Bank verstärkt, um den Investorenschutz vor dem Hintergrund des Geschäftsmodells und der globalen Ausrichtung der Bank sowie der generellen Markttrends hin zu teilweise illiquiden und weniger transparenten Anlageinstrumenten (z. B. Private Markets, Digital Assets) sicherzustellen. Gleichermassen unterlagen die besonders risikoexponierten Geschäftsaktivitäten des Investment Banking – namentlich Corporate- und Leverage-Lending sowie Prime Brokerage – einem verstärkten Aufsichtsfokus.
Der FINMA oblag zudem die aufsichtsrechtliche Beurteilung der weiteren Vereinheitlichung und Vereinfachung von globalen Rechts- und Betriebsstrukturen der UBS sowie der operationellen Resilienz im Lichte der Datenmigrationen und der nachgelagerten Stilllegung von nicht mehr verwendeten IT-Applikationen. Die FINMA überprüft die wichtigsten Schritte der Integration der CS in die UBS bis zu ihrem Abschluss. Auch hier erfolgte eine substanzielle Verstärkung der Aufsicht über die integrationsspezifischen Aspekte hinaus. Angesichts hoher potenzieller Extremrisiken (Tail-Risks) im Zusammenhang mit neuen Technologien legte die FINMA dabei einen besonderen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit auf die Reifegradbewertung des bankeigenen Managements von Cyberrisiken und Risiken im Zusammenhang mit Drittparteianbietern.
Schwerpunkte Vor-Ort-Kontrollen bei Banken
Der Fokus der Vor-Ort-Kontrollen bei den Banken richtete sich im Berichtsjahr nach den Aufsichtsschwerpunkten der FINMA, wie sie im Risikomonitor 2025 dargelegt sind. Insbesondere wurden Vor-Ort-Kontrollen zu den Themen Corporate Governance, Risikomanagement und Risikokultur in den Bereichen Geldwäschereibekämpfung, Hypothekarkreditgeschäft sowie Cyberrisiken durchgeführt. Die FINMA stellte teilweise schwerwiegende Mängel fest. Sie forderte die betroffenen Banken auf, die Mängel unverzüglich zu beheben. Als direkte Folge der Vor-Ort-Kontrollen ergriff die FINMA zahlreiche Massnahmen (siehe hierzu oben Abschnitt «Ergriffene Massnahmen bei Feststellung von Mängeln»).
Insgesamt nahm die FINMA 113 Vor-Ort-Kontrollen bei Banken vor, mehrheitlich bei Instituten der Aufsichtskategorien 1 bis 3. Bei Banken der Aufsichtskategorien 4 und 5 wurden fünf Vor-Ort-Kontrollen mehr durchgeführt als in den Vorjahren, hauptsächlich bei Instituten mit erhöhten Risiken. Die Vor-Ort-Kontrollen führten zu über 500 Feststellungen, aus denen die FINMA Empfehlungen für die betroffenen Banken ableitete. Sie überwachte die Umsetzung der Empfehlungen und die Einhaltung der gesetzten Fristen eng. Bei Bedarf führte die FINMA erneut Vor-Ort-Kontrollen durch, um die angemessene Umsetzung sicherzustellen.
Erneut wurden Vor-Ort-Kontrollen auch bei Outsourcing-Partnern der Banken durchgeführt. Ebenso fanden Kontrollen bei Tochtergesellschaften und Niederlassungen von beaufsichtigten Instituten im Ausland statt, durch die FINMA allein oder zusammen mit ausländischen Aufsichtsbehörden. Umgekehrt begleitete die FINMA ausländische Finanzmarktaufsichtsbehörden bei ihren direkten Prüfungen in der Schweiz.