Prävention

Die FINMA setzt ihre Aufsichtsinstrumente wenn immer möglich für eine vorbeugende Aufsicht ein. So hat sie sich im Berichtsjahr nicht nur neu organisiert, sondern beispielsweise auch ihre Ratingsysteme und Aufsichtsmethoden in Bereichen wie Governance oder Geschäftsmodellanalyse weiterentwickelt, die Risikoanalyse verstärkt oder die Zusammenarbeit zwischen Aufsicht und Enforcement vertieft.

Wie die FINMA vorbeugende Aufsicht betreibt

Um ihre Aufsicht noch wirksamer zu betreiben, stellte sich die FINMA im Rahmen einer Reorganisation im Frühjahr 2025 neu auf. Sie schuf unter anderem den Geschäftsbereich «Integrierte Risikoexpertise» als Querschnittsfunktion. Der neue Geschäftsbereich unterstützt die Aufsichtsbereiche mit integrierten Risiko- und Datenanalysen sowie in der FINMA-weiten Planung und Durchführung von vertieften Vor-Ort-Kontrollen. Die neue Struktur unterstützt die vorbeugende, direkte Aufsicht und trägt dank verbesserter interner Zusammenarbeit dazu bei, dass die FINMA als Behörde effizienter wird. Die Beaufsichtigten behalten dabei ihre gewohnten Ansprechpartnerinnen und -partner in der FINMA.

Ein besonders wirksames Instrument für das frühzeitige Erkennen von Risiken sind Vor-Ort-Kontrollen. Mit den im Rahmen der erwähnten Reorganisation gebündelten Kompetenzen verstärkte die FINMA die Durchschlagskraft dieses wichtigen Instruments im Berichtsjahr und förderte eine vorbeugende, direkte Überwachung der Beaufsichtigten. Die FINMA kann nun zudem bessere Vergleiche zwischen verschiedenen Beaufsichtigten vornehmen und den Instituten zeitnahes Feedback über den beobachteten «Range of practice» geben.

2025 wurden 113 Vor-Ort-Kontrollen im Bereich Banken durchgeführt (111 im Jahr 2024), mehrheitlich bei grossen und risikoreichen Instituten der Aufsichtskategorien 1 bis 3. Da die FINMA einen proportionalen Ansatz verfolgt, gab es vor allem bei kleineren und gut geführten Banken nur selten Vor-Ort-Kontrollen. Im Versicherungsbereich waren es 43 Kontrollen (57 im Jahr 2024), mehrheitlich bei grossen Beaufsichtigten der Aufsichtskategorien 2 und 3. Des Weiteren erfolgten 20 Vor-Ort-Kontrollen im Bereich Asset Management (gleich viele wie 2024) und 4 im Bereich Finanzmarktinfrastrukturen (3 im Jahr 2024).

Ein Aufsichtsfokus galt der Geldwäschereibekämpfung im Retailbanking. Dort adressierte die FINMA verschiedene Schwachstellen im Transaktionsmonitoring und definierte Massnahmen zu deren Behebung. Weiter stellte die FINMA fest, dass in Einzelfällen von Instituten Kundenbeziehungen eingegangen wurden, die ihren Risikoappetit übersteigen und deren Risiken oder wirtschaftlicher Hintergrund nicht ausreichend verstanden wurden.

Um Risiken bei Beaufsichtigten früher zu erkennen und das Marktverhalten besser zu verstehen, trieb die FINMA im Berichtsjahr auch die datenbasierte, vorausschauende Aufsicht weiter voran. So führte sie bspw. eine erste branchenweite Datenerhebung im Bereich Asset Management durch und entwickelte neue Werkzeuge zur Beurteilung und Analyse möglicher Marktmanipulationen.

Um in Zukunft ihre Aufsicht noch wirksamer betreiben zu können, braucht die FINMA angemessene Befugnisse und Instrumente. Im Zusammenhang mit den Eckwerten zur neuen Bankengesetzgebung (TBTF), welche der Bundesrat im Juni 2025 veröffentlicht hat, brachte sich die FINMA in Zusammenarbeit mit dem SIF aktiv in die Neugestaltung der künftigen Regulierung ein (vgl. dazu die Informationsblätter der FINMA).